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13.10.2026
08:15 Uhr
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Der deutsche Staat hat kein übergreifendes digitales Nervensystem, sondern betreibt teure Doppelstrukturen. Um eine Konsolidierung wird heftig gerungen.

Standards und Infrastrukturen für sicheren Datentransport sind das Nervensystem moderner Staaten. Egal ob ein Mensch zur Welt kommt, ein Haus verkauft wird, ein Unternehmen einen Antrag stellt oder ein Rechtsanwalt einen Widerspruch gegen ein Urteil einlegt – stets müssen Informationen vertraulich, manipulationssicher und nachweisbar übermittelt werden.
Naiverweise könnte man annehmen, dass der deutsche Staat nur ein einziges solches Nervensystem betreibt. Schließlich kostet der Betrieb einer Infrastruktur weniger als der Betrieb mehrerer. Und wer eine Anwendung baut, möchte diese am liebsten nur an ein System anbinden, nicht an diverse. Einer Transportinfrastruktur sollte es schließlich egal sein, ob sie eine Wohnsitzummeldung, eine Geburtsurkunde oder einen juristischen Schriftsatz transportiert. Hauptsache, datenschützend und effizient.
In der Realität hat der deutsche Staat sich beim sicheren Datentransport ziemlich verheddert. Es gibt einen ganzen Strauß aus Standards und Infrastrukturen: Der Transportstandard OSCI (Online Services Computer Interface) auf Basis von SOAP und XML wird in Verwaltung und Justiz stark genutzt, oft im Verbund mit dem Schnittstellenstandard XTA. In der Verwaltung konkurriert allerdings seit einigen Jahren das jüngere, REST- und JSON-basierte FIT-Connect mit OSCI. Beide Systeme werden parallel betrieben, viele Anwendungen an beide angeschlossen.